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«Ich habe meine eigene kleine Welt erschaffen»

College Milestones and Achievements SIS Basel

Von der ersten Recherche bis zum funktionierenden Programm: In diesem Interview spricht Gabriel Nigro Unglert, Absolvent der SIS Basel, über seine prämierte Abschlussarbeit zu «Cellular Automata», die er 2025 verfasst hat. Er erzählt, wie er sein Thema eingegrenzt hat, welche Herausforderungen ihm begegnet sind und was er aus dieser intensiven Arbeit für seinen weiteren Weg mitnimmt.

 

Gabriel, worum ging es in deiner Abschlussarbeit und warum hast du dieses Thema gewählt? 
In meiner Abschlussarbeit habe ich mithilfe eines selbst entwickelten Programms zu Cellular Automata geforscht. Das ist eine Art Simulation, in der sich einzelne Zellen je nach Zustand ihrer Nachbarzellen verändern. Mich hat dieses Thema besonders fasziniert, weil Cellular Automata trotz ihrer mathematischen und konzeptionellen Natur sehr vielfältige Anwendungen haben und spannende Parallelen zu realen biologischen, chemischen und physikalischen Prozessen aufweisen.

Wie hast du dein Thema eingegrenzt und deine Recherche organisiert?
Um das Thema greifbar zu machen, habe ich mich aus der nahezu unendlichen Vielfalt von Cellular Automata auf sechs repräsentative Arten konzentriert und den Fokus dann auf ihre Anwendungen in den Naturwissenschaften gelegt. Die Recherche habe ich grösstenteils in den ersten zwei Monaten der Arbeit in meiner Freizeit durchgeführt. Am Anfang habe ich mich eher allgemein über das Internet informiert, später wurde die Recherche immer gezielter. Dabei habe ich auch bestehende wissenschaftliche Arbeiten einbezogen. Alle wichtigen Erkenntnisse habe ich in einem Dokument gesammelt und meine Quellen sorgfältig festgehalten.

Was war der schwierigste Moment im Schreibprozess – und wie hast du ihn überwunden?
Am anspruchsvollsten war für mich die Überarbeitung der Entwürfe. Das war ein langer und wiederkehrender Prozess, bei dem mit jeder neuen Version weitere Verbesserungsmöglichkeiten sichtbar wurden. Besonders geholfen hat mir in dieser Phase das Feedback meiner Familie, meiner Freunde und meiner Lehrpersonen. Dadurch konnte ich meine Arbeit aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und gezielt weiterentwickeln.

Welche Unterstützung war für dich an der SIS am wertvollsten und warum?
Am wertvollsten war für mich die strukturierte, motivierte und analytische Herangehensweise, die ich mit Unterstützung der SIS während meiner 13 Jahre an der Schule entwickeln konnte. Diese Fähigkeiten waren entscheidend, um eine so umfangreiche und komplexe Aufgabe selbständig erfolgreich zu bewältigen.

 

 

Gab es einen Moment, in dem du gemerkt hast: «Jetzt habe ich wirklich etwas Eigenes geschaffen»?
Es gab viele schöne und motivierende Momente während der Arbeit, aber der prägendste war für mich der Augenblick, als mein Programm zum ersten Mal lief. Nach vielen Monaten Recherche und zahlreichen Entwürfen konnte ich zum ersten Mal ein konkretes Resultat sehen und mir selbst beweisen, dass meine Pläne tatsächlich umsetzbar sind. Mit dieser zunächst noch einfachen Simulation habe ich meine eigene kleine Welt erschaffen.

 

Was hast du beim Schreiben der Arbeit gelernt, das dir über die Schule hinaus etwas bringt?
Meine Abschlussarbeit war für mich ein wertvoller erster Einblick in die Welt des wissenschaftlichen Arbeitens, das mich im Studium und später auch im Berufsleben begleiten wird. Gleichzeitig helfen mir die dabei erarbeiteten überfachlichen Kompetenzen und Organisationsstrategien schon heute im Alltag – bei einfachen ebenso wie bei komplexen Aufgaben. Sie bilden für mich ein wichtiges Fundament für meine weitere Entwicklung.

 

Wenn du einem jüngeren Schüler oder einer jüngeren Schülerin einen Tipp geben müsstest: Was würdest du heute anders machen – und was würdest du unbedingt wieder so machen?
Wenn ich die Arbeit noch einmal schreiben würde, würde ich weitere Anwendungsfelder von Cellular Automata noch stärker einbeziehen, zum Beispiel in der Philosophie im Zusammenhang mit der Simulation Hypothesis. Mein Tipp wäre deshalb: Es lohnt sich immer, auch einmal über den Tellerrand hinauszudenken. Was ich auf jeden Fall wieder genauso machen würde, ist, mit einem klaren Plan und einer festen Struktur zu arbeiten. Gute Organisation und ein früher Start sind essenziell.

 

Was würdest du Eltern sagen, die überlegen, ihr Kind an die SIS zu schicken: Worauf kommt es an, damit man an der SIS erfolgreich ist? 
Entscheidend ist, die vielen Angebote und Möglichkeiten der SIS wertzuschätzen und aktiv zu nutzen. So kann ein Kind während seiner Schulzeit ein starkes Fundament und einen breiten Horizont entwickeln. An der SIS ist alles möglich: not even the sky is the limit!

 

Interview: Merith Heinemann, Leiterin Marketing und Kommunikation SIS Schweiz

 

Mit dem Best Essay Award zeichnet die SIS Swiss International School jedes Jahr die drei besten Abschlussarbeiten ihrer Absolventinnen und Absolventen aus. Eingereicht wird jeweils die am jeweiligen Schulstandort bestbewertete Arbeit; Voraussetzung ist, dass die Schülerin oder der Schüler die entsprechende Matura-, Abitur- oder IB-Prüfung bestanden hat. 

Der erste Preis umfasst Buch- oder Kulturgutscheine im Wert von CHF 1000 oder einen einwöchigen Aufenthalt in Rio de Janeiro für Preisträgerinnen und Preisträger aus Deutschland oder der Schweiz beziehungsweise in Deutschland oder der Schweiz für Preisträgerinnen und Preisträger aus Brasilien inklusive Economy-Flug und Unterkunft in einer Gastfamilie.